Dieter Althaus

37308 Heilbad Heiligenstadt

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Neujahrsansprache 2005

Liebe Mitb├╝rgerinnen und Mitb├╝rger!

Meine Gedanken ÔÇô und sicherlich auch Ihre ÔÇô sind in diesen Tagen bei den Opfern der grauenvollen Katastrophe im S├╝den Asiens. Die Zahl der Toten und Verletzten ist unvorstellbar hoch. Die Bilder von den Ertrunkenen und den Angeh├Ârigen, die um sie trauern, lassen mich nicht los. Nun sind Zehn-, wenn nicht Hunderttausende von Seuchen bedroht. Die betroffenen Regionen sind dringend auf Hilfe angewiesen. Weltweit sind Hilfsma├čnahmen angelaufen, selbstverst├Ąndlich wird sich der Freistaat Th├╝ringen im Rahmen seiner M├Âglichkeiten daran beteiligen. Ich bitte auch Sie, durch Spenden an die Hilfsorganisationen einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Katastrophe nicht noch mehr Opfer fordert.

Gerade in solchen Situationen erlebe ich immer wieder ÔÇô und ich freue mich dar├╝ber ÔÇô, wie viel Mitmenschlichkeit die B├╝rgerinnen und B├╝rger in unserem Land zeigen. Wie viel ehrenamtliches, also uneigenn├╝tziges Engagement es in Th├╝ringen gibt. Wie gro├č die Bereitschaft zu spontaner Hilfe ist.

Das war auch beim verheerenden Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek zu sehen. Ohne diese Hilfe w├Ąren noch sehr viel mehr wertvolle B├╝cher den Flammen zum Opfer gefallen. Ja, auch wenn ÔÇô Gott sei Dank! ÔÇô keine Menschen zu Schaden gekommen sind: Dieser Gro├čbrand war f├╝r uns in Th├╝ringen ein schreckliches Ereignis im vergangenen Jahr, denn er hat einen bedeutenden Teil unseres kulturellen Erbes zerst├Ârt. Nun gilt es, das Geb├Ąude wieder herzurichten und von den besch├Ądigten B├╝chern zu retten, was zu retten ist. Ich danke allen, die sich durch ihre Spenden daran beteiligt haben oder noch beteiligen werden. Auch wenn schon eine stattliche Spendensumme zusammengekommen ist ÔÇô es werden noch erhebliche Mittel n├Âtig sein. Das Land kann sie nicht alleine aufbringen.

Unser Landeshaushalt befindet sich ohnehin in einer sehr schwierigen Lage. Seit drei Jahren bleiben die Steuereinnahmen deutlich hinter den Erwartungen zur├╝ck. Eine Folge der wirtschaftlichen Krise, in der sich ganz Deutschland befindet. Das zwingt uns zu drastischen Sparma├čnahmen, die f├╝r viele in Th├╝ringen eine Zumutung sind. Aber ich bitte Sie um Verst├Ąndnis: Wir k├Ânnen uns nicht in noch mehr Schulden fl├╝chten. Das w├Ąre gegen├╝ber unseren Kindern und deren Kindern unverantwortlich.

Ich habe f├╝r die kommenden Monate deshalb nicht nur einen konsequenten Sparkurs angek├╝ndigt, sondern auch eine Reihe von Umstrukturierungen bei der Landesverwaltung. Sie f├╝hren dazu, da├č im Laufe dieser Legislaturperiode ├╝ber 40 Beh├Ârden geschlossen werden. Davon werden auch viele Orte betroffen sein. Wir ergreifen diese Ma├čnahmen, weil wir Th├╝ringen fit machen wollen f├╝r die Zukunft. Au├čerdem m├╝ssen wir die Auswirkungen der demographischen Entwicklung ber├╝cksichtigen. Und: Wir brauchen wieder mehr Gestaltungsspielraum auf den wichtigen Feldern Familie, Bildung und Wirtschaft.

Deshalb habe ich es mir zum Ziel gesetzt, B├╝rokratie abzubauen und den Staat schlanker zu machen. Ich setze auf mehr Eigenverantwortung und weniger staatliche Bevormundung. Vieles ist ÔÇô nicht nur in Th├╝ringen! ÔÇô zu stark reglementiert. Das widerspricht meinem Verst├Ąndnis von Freiheit. Das widerspricht der Freiheit, die wir uns vor 15 Jahren erk├Ąmpft haben. Deshalb sage ich ganz offen: Etliche der Umstrukturierungsma├čnahmen w├Ąren auch dann notwendig und sinnvoll, wenn wir nicht sparen m├╝├čten.

Liebe Mitb├╝rgerinnen und Mitb├╝rger, unser Land ist eines der sch├Ânsten der Bundesrepublik Deutschland. Es hat eine reiche Geschichte, eine unvergleichliche Kultur, eine herrliche Landschaft ÔÇô und es bietet ein hohes Ma├č an Lebensqualit├Ąt, gute Bildungschancen. Unsere Industrie verzeichnet ein anhaltendes Wachstum, und die Ausgangslage hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert.

Trotzdem leidet Th├╝ringen ÔÇô wie ganz Deutschland ÔÇô immer noch unter einer viel zu hohen Arbeitslosigkeit. Wir wissen, da├č sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht in naher Zukunft entspannt. Aber wir k├Ânnen gemeinsam daf├╝r arbeiten, Th├╝ringen noch attraktiver zu machen ÔÇô f├╝r Industrieansiedlungen, f├╝r wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, f├╝r junge Leute.

Unsere Lage mitten im gr├Â├čer gewordenen Europa ist einer unserer Pluspunkte, die wir noch st├Ąrker zum Tragen bringen wollen. Ich bin zuversichtlich, da├č wir unser Land auch in diesem Jahr wieder ein St├╝ck weiter voranbringen werden. Ich arbeite gern f├╝r Th├╝ringen, und ich bin ├╝berzeugt, da├č wir auf einem guten Weg sind. Ich w├╝rde mich freuen, wenn Sie meine Zuversicht teilten. Denn nur mit Zuversicht l├Ą├čt sich Zukunft gestalten.

Ich w├╝nsche Ihnen ein gesundes, ein gl├╝ckliches und ein erfolgreiches Neues Jahr!

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