Dieter Althaus

37308 Heilbad Heiligenstadt

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18 Jahre Junge Union Th├╝ringen

1. nJUspaper: Herr Althaus, die Junge Union wird 18. Wie sah die Welt aus, als Sie 18 wurden?

Zun├Ąchst einmal m├Âchte ich der Jungen Union zu diesem wichtigen Geburtstag gratulieren. 18 Jahre erfolgreiche politische Mitgestaltung sind ein Grund zur Freude und zur Feier. Mit weit ├╝ber 1.800 Mitgliedern ist die JU gr├Â├čter politischer Jugendverband in Th├╝ringen und hat mehr Mitglieder als FDP und Gr├╝ne in Th├╝ringen zusammen. Auf diesen Erfolg darf die Jungen Union Th├╝ringen zu Recht stolz und dankbar sein. Mit allen Mitgliedern und Verantwortlichen in der JU freue ich mich gemeinsam ├╝ber 18 gute Jahre Junge Union in Th├╝ringen.

Der 18. Geburtstag ist ein bedeutendes Datum im Leben jedes jungen Menschen. Mit 18 Jahren erlangt man die volle Rechts- und Gesch├Ąftsf├Ąhigkeit. Man ist also im Besitz s├Ąmtlicher Rechte, aber auch Pflichten. Dies ist Anspruch und Anforderung zugleich.

Meinen 18. Geburtstag feierte ich 1976 in z├╝nftiger Weise mit Abitur und vielen Freunden. Armeezeit und Studium lagen vor mir. Das Jahr 1976 war f├╝r die deutsche Geschichte ÔÇô insbesondere f├╝r uns in der ehemaligen DDR ÔÇô ein einschneidendes Jahr. Erich Honecker wurde am 29. Oktober zum Staatsratsvorsitzenden ÔÇ×gew├ĄhltÔÇť. Kaum einen halben Monat sp├Ąter wurde dem K├╝nstler und Liedermacher Wolf Biermann nach einem Auftritt in K├Âln ÔÇô der erste nach 12 Jahren Auftritts- und Ausreiseverbot ÔÇô die Wiedereinreise in die DDR verweigert. Die Ausb├╝rgerung Biermanns war damals ein Aufbruchssignal f├╝r die Opposition in der ehemaligen DDR. Soviel Protest war bis dahin in der DDR kaum f├╝r m├Âglich gehalten worden.

2. nJUspaper: Wie w├╝rden Sie die derzeitige, erwachsene Generation Junge Union Th├╝ringen beschreiben?

Ich freue mich stets auf die muntere Diskussion mit jungen Menschen, die Verantwortung ├╝bernehmen wollen und ihr eigenes Lebensumfeld mit gestalten wollen. Ich durfte in den vergangenen 18 Jahren viele interessante junge und aufgeweckte Menschen aus der JU kennen lernen. Auch wenn der Spa├čfaktor in der JU traditionell nicht zu kurz kommen darf, hat die JU stets konstruktiv und ernsthaft an der politischen Gestaltung und Interessenvertretung der jungen Menschen im Land mitgewirkt. So ist das auch jetzt bei der aktuellen JU-Generation unter ihrem Vorsitzenden Mario Voigt.

Sicherlich kann nicht alles, was die JU fordert, immer auch gleich in die CDU-Politik einflie├čen. Aber als Vertreterin der jungen Generation ist die JU ein unverzichtbarer Gespr├Ąchspartner f├╝r mich pers├Ânlich als auch f├╝r die gesamte CDU Th├╝ringen. Dies gilt insbesondere bei Zukunftsfragen wie Bildung und eine nachhaltige Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme.

3. nJUspaper: Sie waren ja einer der Geburtshelfer der Jungen Union Th├╝ringen und ganz am Anfang selbst Mitglied der JU. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Die Zeit vor 18 Jahren war von Aufbruch und Begeisterung gepr├Ągt. Es galt die 1989/90 errungene Freiheit f├╝r Th├╝ringen und die Menschen in unserem Land zu gestalten. Viele Menschen ÔÇô gerade auch die jungen ÔÇô suchten Mitgestaltungsm├Âglichkeiten. Dazu bot die Junge Union einen wichtigen Ankn├╝pfungspunkt f├╝r alle jungen Menschen, die aus Liebe und Verantwortung f├╝r ihre Heimat, in Freiheit und Einheit demokratische Mitsprache einforderten. Aus den gewonnenen politischen Erfahrungen der Anfangsjahre nach der friedlichen Revolution kann ich bis heute sch├Âpfen und bin dankbar. Das Aufbauwerk hat gut Fr├╝chte hervorgebracht.

4. nJUspaper: Als Kultusminister, dann als Fraktionsvorsitzender und nun als Ministerpr├Ąsident waren Sie aktiv am Erwachsenwerden der JU beteiligt. Wie hat sich die JU in dieser Zeit ver├Ąndert?

Mit 18 Jahren ist man im Vollbesitz aller Rechte und Pflichten. Auch die Junge Union ist seit ihrer Gr├╝ndung erwachsener geworden, aber mehr im Sinne professioneller politischer Arbeit. Die Aktionen, Beschl├╝sse und Stellungnahmen der JU sind durchdacht und oft mit einem kleinen Augenzwinkern verbunden. Politik f├╝r junge Menschen muss anschaulich und ansprechend gemacht werden, sonst gewinnt man keine Mitglieder. Ich glaube, die JU hat unter ihren wechselnden Vorsitzenden immer recht gut die Balance zwischen einem ernsthaften Politikansatz sowie dem Spa├č an Aktionen gefunden. Die CD ÔÇ×Th├╝ringer MitteÔÇť als ansprechende Alternative zur sog. ÔÇ×Schulhof-CDÔÇť der NPD finde ich sehr gut und ganz wichtig. So kann ich junge Menschen mit unseren Botschaften erreichen. Auch die aktuelle JU-Forderung nach verst├Ąrkter Aufkl├Ąrung ├╝ber die DDR-Geschichte unterst├╝tze ich ausdr├╝cklich.

5. nJUspaper: Was bedeute es f├╝r Th├╝ringen, dass jetzt die erste Generation erwachsen wird, die in Th├╝ringen geboren ist und somit nichts mehr mit der DDR zu tun hat?

Jetzt wird in Th├╝ringen die erste Generation erwachsen, die ihr ganzes Leben in einem freien, geeinten und demokratischen Deutschland aufgewachsen ist. Das ist ein Grund zur Freude, muss uns aber auch ein deutliches Signal an unser Geschichtsbewusstsein und dessen Vermittlung sein. Die jungen Menschen, die in diesem Jahr 18 geworden sind oder es noch werden, sind 1990 geboren. Sie k├Ânnen also aus eigener Lebenserfahrung nichts ├╝ber die DDR wissen. Nur ├╝ber Erz├Ąhlungen aus dem Familienkreis, ├╝ber die Schulbildung und eine allgemeine Wissensvermittlung k├Ânnen und m├╝ssen sie von der DDR als Diktatur und Unrechtsstaat erfahren. Lebensnahe Wissensvermittlung an authentischen Orten ÔÇô wie bspw. in Grenzlandmuseen oder in ehemaligen Stasi-Haftanstalten ÔÇô ist notwendiger denn je. Sonst bleibt nur eine rosa eingef├Ąrbte DDR-Nostalgie ├╝brig, die junge Menschen anf├Ąllig werden l├Ąsst f├╝r Rattenf├Ąnger und Heilsversprecher von den extremen ├Ąu├čeren politischen R├Ąndern.

6. nJUspaper: Glauben Sie, dass die Junge Union bereit ist, mehr Verantwortung zu ├╝bernehmen?

Ich habe in der Jungen Union stets ein gro├čes Ma├č an Ernsthaftigkeit und Verantwortungsbereitschaft festgestellt. Bereits jetzt sind viele JU-Mitglieder in den kommunalen Gebietsk├Ârperschaften aktiv. Die JU hat dar├╝ber hinaus engagierte und profilierte Mitglieder im Th├╝ringer Landtag und jetzt auch im Deutschen Bundestag. Sie alle stehen f├╝r ein mit verantwortete und mit gestaltete Politik f├╝r das Land und die Menschen hier. Ich gebe aber zu, dass wir immer wieder ein Ausbaupotenzial haben, was die Vertretung junger Menschen in der gestaltenden Politik angeht.

7. nJUspaper: Unterst├╝tzen Sie die Forderung der JU f├╝r das Wahljahr 2009, dass jeder siebte Listenplatz f├╝r die Kommunal- und Landtagswahlen von einem JUler besetzt wird?

Wie bereits erw├Ąhnt, die Repr├Ąsentanz junger JUler in den kommunalen Gebietsk├Ârperschaften ist ausbauf├Ąhig. Aus diesem Grund hat die JU mich an ihrer Seite, wenn es darum geht, mehr junge Menschen f├╝r Politik zu begeistern und ihnen Verantwortung zuzutrauen. Die Aufstellung der Kandidatenlisten ist jedes Mal ein komplexer Prozess. Viele engagierte Frauen und M├Ąnner in unserer Partei und aus den Vereinigungen wollen und m├╝ssen mitgenommen werden. F├╝r die Kommunalwahl sind die ├Ârtlichen Gremien zust├Ąndig. Zur Landtagswahl 2009 setze ich mich nachdr├╝cklich f├╝r eine hohe Zahl junger Kandidaten auf der Landesliste ein. Ob es jeder siebte Platz ist, m├╝ssen wir sehen.

8. nJUspaper: Was wollen Sie der Jungen Union f├╝r die n├Ąchsten Jahre mit auf dem Weg geben?

Mein Wunsch an die JU und ihre Mitglieder ist: Bleibt so erfrischend und innovativ, wie ich die Jungen Union in den vergangenen 18 Jahre erlebt habe. Macht Politik mit Hand und Fu├č, geradlinig, mutig und mit einer geh├Ârigen Portion Lust und Spa├č auf Mitgestaltung. Dann werdet ihr noch viel mehr junge Menschen f├╝r Euch und f├╝r die Politik und damit f├╝r die Zukunftsgestaltung Th├╝ringens in Freiheit und Demokratie gewinnen k├Ânnen.

Herzlichen Gl├╝ckwunsch Junge Union Th├╝ringen zum 18.

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