Dieter Althaus

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13.08.09 21:06
Von: Patrick Schneider

Gedenken an die Opfer des Mauerbaus


Heute wurde in Erfurt dem 48. Jahrestag des Mauerbaus und der Opfer des Gewaltregimes in der DDR gedacht. Die Axel Springer AG übergab hierzu ein originales Mauersegment an den Freistaat Thüringen, welches ab heute als lebensgroßes Symbol für die Erinnerung und Aufarbeitung der SED-Diktatur inmitten des Erfurter Regierungsviertels steht. Die Axel Springer AG hatte Teile der Berliner Mauer erworben, um sie den deutschen Bundesländern als „ein Stück Geschichte“ zur Verfügung zu stellen, um somit an die „dunkle Realität“ der Mauer zu erinnern.


Dieter Althaus nahm das Geschenk stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger Thüringens entgegen und betonte den Wert des Gedenkens. Er erinnerte an das viele Leid, die Unterdrückung und die staatliche Gewalt während der Diktatur des SED-Regimes und bezeichnete das Mauerstück als „Symbol gegen das Vergessen“. „Die Mauer steht für die Absurdität des SED-Regimes und macht den Zynismus der Machthaber sichtbar, dafür stehen die zahlreichen Toten, langjährige Haftstrafen und Zwangsaussiedlungen. Die Schicksale der Flüchtlinge und Inhaftierten bewegen uns heute noch. Willkür, Unterdrückung, sozialistische Mangelwirtschaft und Machtmissbrauch dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Wir brauchen den unverstellten Blick auf die DDR. Die DDR war ein Unrechtsstaat. Deshalb bleibt die Aufarbeitung der SED-Diktatur eine Daueraufgabe. Deshalb tragen wir mit der Errichtung der Stiftung ‚Gedenken – Erinnern – Lernen. Thüringer Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur’ diesem Anliegen Rechnung“, so der Ministerpräsident.

 

Der Thüringer Regierungschef machte in seiner Rede auch auf die Bestrebungen der Landesregierung aufmerksam, die zahlreichen Opfer des DDR-Regimes zu entschädigen und möglichst viele Alternativen der Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte zu schaffen. So habe sich die CDU Landesregierung für eine Entschädigung der SED-Opfer in Thüringen eingesetzt, welche mit 250 Euro monatlich auch erfolgreich umgesetzt wurde.

 

Neben Dieter Althaus gedachten auch Bild-Chefredakteur, Kai Diekmann, der Chefredakteur der Südthüringer Zeitung, Berthold Dücker und Liedermacher und DDR-Dissident Stephan Krawczyk der vielen Menschen, die familiäre Trennung, staatlichen Zwang, Folter und Unterdrückung über sich ergehen lassen mussten. Berthold Dücker zeigte als ehemaliger Flüchtling der DDR und Initiator der Gedenkstätte Point Alpha eine sehr persönliche Betroffenheit und machte auf die Bedeutung der Erinnerungs- und Aufklärungsstätten der DDR-Diktatur wie Mödlareuth, Teistungen, Schifflersgrund, das alte Stasigefängnis in der Erfurter Andreasstraße und Point Alpha aufmerksam. „Wir brauchen diese Orte. Und wir brauchen sie mehr denn je. Denn das Unwissen ist bedrückend groß. Selbstverständlich stehen diese Orte gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen und Schönreden, das bedauerlicherweise allenthalben um sich greift. Sie stehen für das Erinnern – und damit für ein ‚Nie wieder!’ Zwei Diktaturen in einem Jahrhundert – das reicht! Ein für alle Mal! Passt auf – und wehret den Anfängen, egal wie sie gerade gefärbt sind“, so Dücker sehr emphatisch.

 

Auch der Bild-Chef Diekmann stellte die brutale Singularität der Mauer in den Fokus seiner Rede. Die Mauersegmente würden nach Deutschland gehören, um öffentliche und für jedermann ersichtliche Zeichen der deutsch-deutschen Teilung zu sein, sagte Diekmann. Die Mauer sei das „brutalste Bauwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte“. Sie symbolisiere Unterdrückung, zerrissene Familien und Töten im staatlichen Auftrag und daran müsse immer wieder aufs Neue erinnert werden, so Diekmann abschließend.