Dieter Althaus

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22.09.11 10:39

Dieter Althaus: "Papstbesuch verstärkt Debatte"


Eine Einladung nach Thüringen sprach der damalige Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus gleich bei seiner ersten Papstaudienz im Januar 2006 aus

Eine Einladung nach Thüringen sprach der damalige Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) gleich bei seiner ersten Papstaudienz im Januar 2006 aus. 

 
Der ehemalige Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hatte während seiner Amtszeit die erste Weiche für den jetzigen Papstbesuch gestellt. Unsere Zeitung erzählte er, wie er den Papst eingeladen hat, was er mit diesem Besuch verbindet - und warum er den Besuch trotz der immensen Kosten für wichtig hält.


TLZ: Herr Althaus, wenn der Papst nach Deutschland und morgen nach Thüringen kommt, dann ist das auch maßgeblich Ihrem Einsatz zu verdanken. Wie kam es zu der von Ihnen ausgesprochenen Einladung?

Dieter Althaus : Ich habe mich gleich nach der Wahl von Josef Ratzinger zum Papst um eine Audienz bemüht und dieses Gelegenheit zur Begegnung im Januar 2006 erhalten, also ein dreiviertel Jahr danach. Es war ein sehr gutes, persönliches Gespräch, in dem wir auch über die Situation der neuen Länder, konkret über Thüringen und vor allem das Eichsfeld gesprochen haben. Ich habe Papst Benedikt XVI. nach Thüringen und insbesondere ins Eichsfeld eingeladen - und wenige Tage nach der Audienz in meinem Dankesbrief an den Papst meine Einladung nach Thüringen und ins Eichsfeld erneuert. Noch im Februar 2006 hat mit sein damaliger Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodano, geantwortet und in diesem Brief auch versichert, dass die Einladung nach Thüringen und ins Eichsfeld Berücksichtigung finden werde.
Das war ja nicht Ihre einzige Papst-Audienz während Ihrer Amtszeit...
Genau. Ich war im April 2008 erneut zur Audienz und habe dabei die Einladung erneuert. Es gab daraufhin weiteren Schriftverkehr mit dem neuen Staatssekretär des Papstes und mit dem Nuntius, den ich in Berlin getroffen habe. Auch zu Kardinal Meisner habe ich deshalb Kontakt gehabt. Es zeigt sich: Die erste Versicherung von Kardinal Sodano im Februar 2006 war die richtige. Dass es gekommen ist, wie es sich damals abzeichnete, freut mich sehr.

Wie werden Sie denn selbst den Papstbesuch erleben?

Ich bin in Etzelsbach und in Erfurt dabei. Und ich werde in Etzelsbach den Papst persönlich treffen - und zwar kurz bevor er wegfliegt.


Pilgern Sie nach Etzelsbach?


Ja, ich pilgere, aber ich gehe nicht die ganze Strecke von Heiligenstadt aus dorthin. Zum Vorprogramm werde ich da sein, auch wenn es eng wird, weil ich zuvor noch in Lech in Österreich bin.


Dass der Papst kommt, das ist für Sie als Katholik...


... ein ganz besonderes Erlebnis. Der Heilige Vater ist in unserer Heimat - und neben Berlin und Freiburg hat er gleich zwei Stationen hier: Im Eichsfeld, beim Gottesdienst auf dem Erfurter Domplatz, aber auch im Erfurter Augustinerkloster. Das ist außergewöhnlich und damit können wir auch international eine ganz große Wirkung erzielen - das sage ich als Katholik und Bürger.


Nun gibt es aber nicht wenige Thüringer, die nur die Kosten dieses Besuches sehen. Was sagen Sie denen?

Staatsbesuche und Besuche des Papstes haben natürlich ihren Preis, aber sie tragen auch erheblich dazu bei, dass Meinungsdebatten verstärkt und intensiviert geführt werden. Und das ist wichtig für unsere Demokratie und die Zukunft unserer Gesellschaft. Und darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, die Enwicklung unserer Heimat in ganz erheblichem Maße bekannt zu machen. Beides rechtfertigt dann auch den Aufwand, ganz abgesehen davon, dass die Katholiken froh sind, ihr Oberhaupt bei sich zu haben.

Gibt es Ihrerseits einen Wunsch gerade mit Blick auf die Ökumene?


Zum einen bin ich sehr dankbar, dass es zu dieser Spitzenbegegnung kommt - noch dazu im Augustinerkloster, dort, wo Martin Luther seinen Weg als Mönch begann. Allein das ist schon ein ökumenisches Zeichen ganz besonderer Prägung. Und zweitens wird es dort ganz sicher einen intensiven Austausch geben, der dann ein Impuls für die ökumenische Entwicklung sein wird. Der ökumenische Prozess hat ja bei uns große Tradition - sowohl in der ehemaligen DDR wie in ganz Deutschland.


Gehören Sie eigentlich zu dem kleinen Kreis, der bei der Messe die Kommunion direkt vom Heiligen Vater erhält?


Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich es noch nicht weiß.

Gerlinde Sommer / 22.09.11 / TLZ