Dieter Althaus

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< Dieter Althaus: "Papstbesuch verst├Ąrkt Debatte"
24.09.11 10:18

Dieter Althaus ├╝ber sein Treffen mit dem Papst


Dieter Althaus trifft den Papst in Etzelsbach

24.9.2011

"Ich bin stolz auf diese Region"
Dieter Althaus war bis 2009 Ministerpr├Ąsident des Freistaats Th├╝ringen. Er ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Vorsitzender des Kolping-Bildungswerkes Th├╝ringen. Und er traf heute den Papst und berichtet im domradio.de-Interview ├╝ber dieses unvergessliche Erlebnis.

domradio.de: Herr Althaus, Sie kommen gerade frisch vom Papst-Treffen, ├╝ber was konnten Sie mit dem Papst sprechen?
Dieter Althaus: Zum einen habe ich mich sehr gefreut, dass er mir bei seiner Begr├╝├čung sagte, er k├Ânne sich erinnern, dass ich ihn zweimal in Rom besucht und mit ihm gesprochen habe. Zum anderen hat er daran erinnert, dass ich ihn damals nach Th├╝ringen und in meine engere Heimat, das Eichsfeld, eingeladen habe. Und ich pers├Ânlich habe ihm gedankt, dass er uns dieses gro├če Glaubenszeugnis geschenkt hat, hier zu sein und mit etwa 90.000 Katholiken aus nah und fern diese Vesper zu feiern.

domradio.de: Ist da auch ein bisschen Stolz bei, wenn Sie das heute gesehen haben, was auf Ihre Initiative zur├╝ckging?
Althaus: Nat├╝rlich! Ich habe damals das Interesse gehabt, die besondere Geschichte des Eichsfelds auch durch diesen Besuch gesch├Ątzt und gew├╝rdigt zu sehen. Und er hat das in seiner heutigen Ansprache auch deutlich gemacht, dass ├╝ber die zwei Diktaturen, den Nationalsozialismus und den Kommunismus, hinweg die Menschen treu zu ihrem Glauben gestanden haben. Und deshalb bin ich stolz auf diese Region, aber auch darauf, dass der Papst jetzt da war und meiner Einladung letztlich gefolgt ist.

domradio.de: Sie haben den Papst schon mehrfach getroffen. Was verbindet sie mit ihm?
Althaus: Er ist ein hoch-intellektueller Wissenschaftler, der in der Lage ist, das was in der Bibel steht, so auszulegen, dass es f├╝r uns im Alltag nutzbar ist. Und zum zweiten: Er ist seit Jahrzehnten ein Mann, der bei allen Wirrnissen, die die Kirche weltweit immer wieder erlebt, daf├╝r Sorge getragen hat und immer noch tr├Ągt, dass wir den richtigen Weg gehen, so dass wir beisammen bleiben, egal ob in Nord, S├╝d, Ost, West, egal in welcher Region der Welt. Und drittens ist er ein Mann, der sehr genau auch ├╝ber kleine Entwicklungen Bescheid wei├č. Ich habe mich immer sehr gewundert, wie er wusste, wie konkret die politische, die gesellschaftliche und auch die pers├Ânliche Situation zum Beispiel in meiner Heimat aussah. Und das hat mir gezeigt, dass er Interesse am Leben, an den Menschen auch im Kleinen hat.

domradio.de: Es gab viel Kritik im Vorfeld des Papstbesuches, sowohl gestern in Berlin als auch heute in Th├╝ringen, wo man unter anderem Kosten dieses Besuches kritisierte - hatten Sie eigentlich nie die Sorge, dass die Stimmung kippen w├╝rde?
Althaus: Nein, diese Sorge hatte ich nicht, weil wir gro├če gemeinsame Feiern unseres Glauben schon erlebt haben. Und das es ein besonderer H├Âhepunkt sein w├╝rde, war mir klar. Aber ich wusste, dass gerade auch meine Eichsfelder Freunde und viele andere, die hier waren, mit gro├čer Begeisterung teilnehmen und feiern, und deshalb war mir klar, dass die ├╝berwiegende Mehrheit froh und dankbar ist, das er hier ist.

domradio.de: Welche Bedeutung hat der Papstbesuch f├╝r Th├╝ringen, wo Katholiken in der Minderheit sind?
Althaus: Zum einen ist es eine Ermutigung, weiter zu gehen und als Katholiken in dieser Welt Bekenntnis abzugeben und auch aus dem Bekenntnis heraus zu leben. Zum zweiten ist es eine Ermutigung gerade an junge Menschen, den Glauben weiterzugeben und im Glauben aktiv zu werden, aber es ist auch eine Ermutigung f├╝r viele, die suchen. Das sie durch diesen Papstbesuch m├Âglicherweise inspiriert werden, dem Glauben zu folgen. Und ich denke, dass der Papst damit auch ein Zeichen gesetzt hat, dass wir die christlichen Wurzeln, die hier tief im Boden eingegraben sind, nicht vergessen, sondern dass wir sie immer wieder frisch halten, damit daraus immer wieder neues Leben wird.

domradio.de: Werden Sie pers├Ânlich noch weiter an der Reise des Papstes Anteil haben oder trennen sich Ihre Wege jetzt wieder?
Althaus: Ich werde morgen noch die Gelegenheit haben, in Erfurt auf dem Domplatz die Messe mit ihm zu feiern.

Das Interview f├╝hrte Ina Rottscheid.

http://www.domradio.de/benedikt/76641/ich-bin-stolz-auf-diese-region.html

http://www.domradio.de/comet/audio/mp3/27889.mp3