Dieter Althaus

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< Wie dem zunehmenden Priesermangel begegnet werden kann
24.01.11 15:52

Zölibat -CDU-Politiker fordern Priesterweihe für Verheiratete


Samstag 22.01.2011, 17:16 - Focus Online

Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesbildungsministerin Annette Schavan, Dieter Althaus sowie andere prominente CDU-Politiker haben in einem Brief an die deutschen Bischöfe die Aufhebung des Zölibats gefordert. Grund der Forderung sei die „besorgniserregenden Zunahme des Priestermangels“. Gegebenenfalls solle eine regionale Ausnahmeregelung für Deutschland in Erwägung gezogen werden.
Prominente CDU-Politiker fordern von der katholischen Kirche eine Abkehr vom Zwangszölibat für Priester. In einem Brief rufen sie die deutschen Bischöfe auf, sich im Vatikan für die Weihe verheirateter Männer zu Priestern einzusetzen. Auch der frühere Benediktinerabt Odilo Lechner sprach in einem dapd-Interview für die Aufhebung des Zölibats aus. Die Deutsche Bischofskonferenz machte am Samstag dagegen deutlich, dass sie den nächsten Monaten in dieser Frage nichts unternehmen will.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesbildungsministerin Annette Schavan sowie die Ex-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, Erwin Teufel und Dieter Althaus. Die Politiker bezeichnen es als „dringend geboten“, die deutschen Bischöfe angesichts der „besorgniserregenden Zunahme des Priestermangels“ zu bitten, die Zulassung sogenannter viri probati („bewährter Männer“) zum Priesteramt zu ihrem Anliegen zu machen. Alle Gründe, an der bisherigen Praxis festzuhalten, „wiegen unseres Erachtens nicht so schwer wie die Not vieler priesterlosen Gemeinden, in denen die sonntägliche Messfeier nicht mehr möglich ist“, heißt es.

Die Unterzeichner regen auch einen deutschen Sonderweg an: „Gegebenenfalls sollte eine regionale Ausnahmeregelung für Deutschland in Erwägung gezogen werden.“

Lammert beklagte, der Vatikan beschäftige sich „mit dem Problem in einer Weise, die diesem absolut nicht gerecht wird“. Wenn die Amtskirche zögere, sich mit dem Sinn des Zölibats öffentlich auseinanderzusetzen, „dann müssen es eben engagierte Laien tun“. Schavan begründete ihre Beteiligung an dem Schreiben mit der „Not in den Gemeinden“.

„Ein hohes Gut“

Die Bischofskonferenz verwies darauf, dass die Anregung der CDU-Politiker von „weltkirchlicher Tragweite“ sei und daher auf gesamtkirchlicher Ebene behandelt werden müsse. Die Ehelosigkeit sei „ein hohes Gut“.

In den nächsten Jahren würden „die Rückerinnerung an die Beratungen des Konzils vor 50 Jahren und der Gemeinsamen Synode der Bistümer vor 40 Jahren Gelegenheit geben, das Anliegen des Briefes und andere Anregungen zur Weckung von mehr Priesterberufen neu zu bedenken“, argumentierten die Bischöfe. Daher sei dieses Anliegen der Unions-Politiker „für die Gespräche unmittelbar zur Vorbereitung des Besuchs des Hl. Vaters in Deutschland nicht als Thema vorgesehen“.

Lechner: „Kein Dogma“

Der frühere Abt von St. Bonifaz in München und Andechs, Lechner, betonte, angesichts des Priestermangels sei es „notwendig“, den Zölibat zu überdenken. Die Ehelosigkeit von Priestern sei kein Dogma, sagte der 79-Jährige. In der frühen Kirche seien verheiratete Priester selbstverständlich gewesen, und in der ostkirchlichen Tradition sei dies bis heute bewahrt.

Die Ehelosigkeit von Priestern sei ein Zeichen, „dass man ganz für Gott da ist“. Die Frage sei aber, ob man deswegen „Gemeinden ohne die Eucharistiefeier, also ohne das Abendmahl, lassen kann“. Lechner sieht in dieser Frage eine Mehrheit in der Kirche hinter sich, sowohl im Kirchenvolk als auch unter den Geistlichen. Darüber hinaus forderte der Altabt von der Kirchenspitze mehr Meinungsfreiheit sowie bessere Mitsprachemöglichkeiten für die Gläubigen. Niemand, der seine Meinung äußere und begründe, sollte Repressalien fürchten oder „kaltgestellt“ werden, nur weil er etwas Unangenehmes sagt, mahnte er